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12 Prinzipien
des multimedialen Lernens Lehrens und Präsentierens

Eine wirklich herausragende Präsentation entsteht nicht zufällig. Sie ist das Ergebnis durchdachter Planung, klarer Zielgruppenorientierung und einer fundierten didaktischen Herangehensweise. Neben der eigenen Präsenz und rhetorischen Kompetenz spielt ebenfalls eine zentrale Rolle: das Verständnis für die kognitiven Prozesse der Zuhörenden. Wie verarbeiten Menschen Informationen? Wie bleibt Wissen langfristig im Gedächtnis? Und wie lassen sich kognitive Ressourcen so nutzen, dass das Publikum nicht nur zuhört, sondern auch versteht, behält und anwenden kann?

Drei Theorien bieten entscheidende Erkenntnisse, um Präsentationen wirkungsvoll zu gestalten:

  • Dual-Coding-Theorie (Allan Paivio): Die Informationsverarbeitung erfolgt über zwei Kanäle: einen sprachlichen und einen nicht-sprachlichen. Werden beide gezielt kombiniert – anstatt redundante Inhalte doppelt zu präsentieren – verbessert dies das Verstehen und Erinnern.

 

  • Kognitive Belastungstheorie (Sweller & Chandler): Unser Arbeitsgedächtnis ist begrenzt. Präsentationen, die mit überladenen Folien und zu vielen Informationen überfordern, führen dazu, dass Inhalte nicht verarbeitet werden können. Die richtige Balance zwischen Komplexität und Verständlichkeit ist daher essenziell.

 

  • 12 Multimedia-Prinzipien (Richard E. Mayer): Mayer beschreibt zwölf Prinzipien für multimediales Lernen, Lehren und Präsentieren, die dabei unterstützen, Präsentationen gehirngerecht zu strukturieren. Klare Visualisierungen, Vermeidung von irrelevanten Elementen und ein gezielter Medieneinsatz fördern den Lernerfolg.

 

In diesem Fachartikel wird kurz und knackig auf die 12 Prinzipien eingegangen. (Oder einfach auf YouTube sich das 4-minütige Video dazu anschauen.)

In seinen Studien stellte Professor Mayer fest, dass allein der gut durchdachte Einsatz von Worten bereits eine effektive Methode darstellt, um Wissen zu vermitteln und angemessene Lernerfolge zu erzielen.

Allerdings zeigte sich, dass die Integration von Visualisierungen in Form von Bildern, Grafiken oder Videos die Leistungen der Lernenden sowie ihre Fähigkeit, das Gelernte praktisch anzuwenden, deutlich verbessert – vorausgesetzt Präsentierende halten sich an gewisse »Spielregeln«.

Mayers zwölf Prinzipien der multimedialen Präsentation basieren auf den Erkenntnissen der kognitiven Psychologie und seiner eigenen Forschung zur kognitiven Theorie des multimedialen Lernens (Cognitive Theory of Multimedia Learning, CTML).

Kernprinzipien der kognitiven Theorie

1. Das erste Prinzip, bekannt als das Multimedia-Prinzip, betont die Bedeutung der Kombination von Text und Bild im Lernmaterial, anstatt sich ausschließlich auf Texte zu verlassen.

2. Das Prinzip der zeitlichen Kontiguität hält fest, dass Text und zugehörige Bilder gleichzeitig präsentiert werden sollten, um eine optimale Verarbeitung zu ermöglichen.

3. Das räumliche Kontiguitätsprinzip fordert, dass Text und Bilder räumlich eng miteinander verknüpft sein sollten, um die Verarbeitung zu erleichtern.

4. Gemäß dem Modalitätsprinzip ist es effektiver, komplexe Grafiken oder Bilder verbal und nicht durch Text zu erläutern.

5. Das Stimmprinzip bevorzugt die menschliche Stimme gegenüber einer digitalen Stimme für die Vermittlung von Lerninhalten.

6. Das Redundanzprinzip warnt davor, das Arbeitsgedächtnis durch gleichzeitige verbale Erklärungen und Textdarstellungen zu überlasten. Eine klare Entscheidung zwischen verbaler Erläuterung und Text ist notwendig, besonders wenn komplexe Grafiken oder Bilder erklärt werden.

7. Das Personalisierungsprinzip zeigt auf, dass ein dialogorientierter Stil in Texten das Lernen fördert.

8. Das Signalprinzip betont die Bedeutung von Hervorhebungen wie Markierungen, Pfeilen oder Haftnotizen, die das Lernen deutlich vereinfachen.

9. Das Kohärenzprinzip rät dazu, alle irrelevanten Wörter, Bilder und Töne zu vermeiden, da sie nur das Arbeitsgedächtnis unnötig belasten.

10. Das Prinzip des Vorwissens empfiehlt, essenzielle Begriffe, Konzepte und Definitionen im Voraus zu erklären, um an vorhandenes Wissen anzuknüpfen.

11. Das Segmentierungsprinzip schlägt vor, Lerninhalte in kleinere Einheiten zu gliedern, was Lernenden erlaubt, bestimmte Inhalte zu überspringen oder in individuellem Tempo und Reihenfolge zu lernen.

12. Schließlich weist das Bildprinzip darauf hin, dass die ständige Sichtbarkeit der Lehrkraft nicht zwangsläufig zu verbessertem Lernen führt; entscheidend ist vielmehr die soziale Einbindung. Lehrkräfte sollten Lernende direkt ansprechen, ohne durchgängig vor der Kamera stehen zu müssen.

Es gibt noch mehr Modelle und Theorien, die helfen, Präsentationen so zu gestalten, dass sie wirklich im Gedächtnis bleiben.

Ob Dual-Coding, kognitive Belastung oder die Multimedia-Prinzipien – alle zeigen, wie Informationen verarbeitet und optimal vermittelt werden können.

Aber das sind längst nicht alle wissenschaftlichen Grundlagen, die in eine starke Präsentation einfließen können. 

Welche theoretische Basis nutzt ihr, um Präsentationen unvergesslich zu machen? Gibt es eine Methode oder ein Modell, das für euch besonders hilfreich war? Ich freue mich sehr über eure Anregungen.

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